Mit Flughafen-Geschäftsführer Dr. Marc Cezanne lokale Probleme erläutert

29.12.2018

Jörg Blöming unterstützt Forderung des heimischen Regionalflughafens Paderborn-Lippstadt

„Mit 740.000 Passagieren im Jahr ist der Flughafen Paderborn-Lippstadt trotz Verlusten der wirtschaftlichste seiner Größenordnung in Deutschland. Ich freue mich daher sehr, dass ich mich erneut über die aktuelle Lage des Heimathafens informieren konnte“, erklärt der aus Erwitte stammende CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Blöming.

Herzlich Willkommen hieß ihn der Flughafenchef Dr. Marc Cezanne, der in einem kurzen Rundgang die Situation und zukünftigen Herausforderungen erläuterte.

Der Heimathafen steht im Vergleich zu anderen Regionalflughäfen wirtschaftlich noch recht gut da, doch führen verzerrte Wettbewerbsbedingungen in die roten Zahlen.

Auch wenn die Passagierzahlen am Heimathafen seit 2009 um rund 25 Prozent gesunken sind, so hält er trotzdem an seiner betriebskostendeckenden Entgeltgestaltung fest. Das jedoch falle immer schwerer, verdeutlichte Flughafenchef Dr. Marc Cezanne.

Neben der kurzen Bestandsaufnahme ging der Blick vor allem in Richtung langfristige Erhaltung eines für Wirtschaft und Touristik bedeutungsvollen Regionalflughafens in der Fläche.

„Die Wettbewerbsbedingungen für die konkurrierenden Flughäfen sind zu unserem Leidwesen stark verzerrt“, warb Dr. Marc Cezanne um politische Unterstützung.

Drei Dinge sind es, die sich Flughafenchef Dr. Cezanne von der Landespolitik sowie - im verlängerten Arm - von Bundes- und EU-Politik wünscht:

Erstens: Die Entlastung der Kosten bei der Flugsicherung durch Aufnahme in die vom Bund geförderte Deutsche Flugsicherung, in der sich bereits viele der Regionalflughäfen befinden.

Zweitens: Keine weitere Ungleichbehandlung bei den Luftsicherheitskosten sowie Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten finanziellen Entlastungen, die durch die Umlage dieser Luftsicherheitskosten letztlich den Passagieren zugutekommen.

Und Drittens: Die Beendigung eines Wettbewerbsverhaltens, das dazu führt, dass trotz insgesamt steigender Passagierzahlen fünf von sechs NRW-Verkehrsflughäfen Verluste schreiben, die weitgehend durch den Steuerzahler getragen werden.

Um betriebskostendeckend arbeiten zu können, verzichte der Heimathafen auf Kooperationen mit Fluggesellschaften, wenn diese keine kostendeckenden Entgelte zahlen. Als Beispiel nannte Dr. Cezanne das Angebot für eine Fortführung deren Flugplanangebotes in 2019, das einerseits 60.000 Passagiere gebracht hätte, jedoch aufgrund der zu niedrigen angebotenen Entgelte nicht angenommen wurde.

Um bedarfsgerecht, qualitativ und nachhaltig arbeiten zu können, müssten andere Hebel gezogen werden, betonte er. Positiv äußerte er sich über die geplanten Veränderungen des Landesentwicklungsplans, die nun allen NRW-Flughäfen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Die EU-Beihilfeleitlinie, die den teilweise ruinösen Wettbewerb zwischen den europäischen Flughäfen eindämmen soll, werde ihr Ziel voraussichtlich nicht erreichen.

Darüber hinaus sei es auch vor dem Hintergrund knapper Kapazitäten an den großen Flughäfen nicht sinnvoll, wenn dort wertvolle Start- und Landerechte für das Angebot weiterer Flüge zu Touristikdestinationen angeboten würden, die auch von allen Regionalflughäfen bedient werden. Der Fokus bei der Entwicklung des Flugverkehrs an den großen Standorten sollte vielmehr auf Interkontinentalverbindungen sowie auf der Bündelung der Nachfrage zur Etablierung der Anbindungen von Nischenmärkten liegen, so Cezannes Appell an Jörg Blöming.

„Dieser Vor-Ort-Termin hat mir wieder einmal die Bedeutung unseres Heimathafens vor Augen geführt. Die geschilderten Probleme und Herausforderungen werde ich gerne mit nach Düsseldorf nehmen und bei den anstehenden Prozessen und politischen Diskussionen mit einbringen“, versicherte Blöming, der auch Mitglied des Verkehrsausschusses ist, abschließend.