„Mobilität 4.0 ist eine große Chance für den ländlichen Raum!“

12.06.2019

Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) aus Lippstadt und „Rüthen-mobil“ sind bereits Teil des Innovationsatlasses 

„Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur Modellregion für Mobilität 4.0 machen! Dieses Ziel haben wir 2017 im Koalitionsvertrag niedergeschrieben. Der Ankündigung lassen wir nun auch Taten folgen. 9,5 Millionen Euro Fördermittel stellt die CDU-geführte Landesregierung hierzu nun zur Verfügung. Wir ermöglichen hierdurch eine bessere Vernetzung der Verkehrsmittel, beispielsweise mit der Digitalisierung des Verkehrssystems. Für uns im ländlich geprägten Kreis Soest, bietet sich hiermit eine große Chance, die Mobilität zwischen den Städten, Dörfern und Gemeinden nachhaltig zu verbessern!“, erklärt der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Blöming aus Erwitte.

Die Richtlinie für das Förderprogramm ist nun in Kraft getreten. Kommunen können ab sofort Anträge auf Förderung einreichen.

Diese Förderrichtlinie enthält vier Fördergegenstände:

1) Mobilstationen und ergänzende Infrastrukturen
2) Mobilitätskonzepte und Studien
3) Mobilitätsmanagement
4) Maßnahmen zur Digitalisierung des Verkehrssystems

Auf https://www.bündnis-für-mobilität.nrw.de/innovationsatlas/ ist zudem ein Innovationsatlas für Projekte und Akteure in NRW zu finden, der stetig erweitert wird. Hier können alle Interessierten einen Überblick über das lokale und landesweite Angebot bekommen, sich Ideen einholen und vernetzen.

CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Blöming: „Im Altkreis Lippstadt findet sich beispielsweise das Projekt „Rüthen-mobil“. Ziel des LEADER-Projekts ist es, die Mobilität auf dem Land für Jung und Alt zu erhöhen. Der Kleinbus "Rüthen-mobil" wird unter anderem für Einkaufsfahrten eingesetzt und steht allen Ehrenamtlichen für soziale Zwecke in Rüthen zur Verfügung. Durchgeführt werden diese Fahrten von Ehrenamtlichen der Caritas.“

Des Weiteren ist mit der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) auch ein heimisches Unternehmen aus Lippstadt als Ansprechpartner im Innovationsatlas zu finden.

„Durch kluge Konzepte und intelligente Vernetzung bietet sich mit dieser Förderung eine großartige Gelegenheit, die Mobilitätsqualität bei uns in Anröchte, Erwitte, Geseke, Lippstadt, Rüthen und Warstein nachhaltig zu verbessern! Ich würde mich sehr freuen, wenn alle Städten und Gemeinden, sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Blick in den Innovationsatlas werfen und sich über mögliche Konzepte Gedanken machen. Als Mitglied des Verkehrsausschusses, werde ich heimische Förderanträge gerne nach Kräften unterstützen!“, so Blöming abschließend.

Hintergrund:
1) Mobilstationen und ergänzende Infrastrukturen
Mobilstationen sind physische Verknüpfungspunkte verschiedener Verkehrsmittel und -angebote. Gefördert werden Mobilstationen mit und ohne Verknüpfung mit dem ÖPNV, Erweiterungen von Mobilstationen um ergänzende Mobilitätsangebote, Ausstattungen, die den Standort einer Mobilstation aufwerten und die Aufenthaltsqualität erhöhen, Wegweisung sowie Kauf- und Herstellung von Flächen für ergänzende Angebote (bspw. Carsharing, Microhubs, Smartlockers).

2) Mobilitätskonzepte und Studien
Gefördert werden umsetzungsorientierte Mobilitätskonzepte, d.h. Ziel ist nicht die tiefgehende Analyse, sondern die Definition umsetzbarer Modellvorhaben mit Umsetzungs-, Zeit- und Kostenplänen. Regionale und interkommunale Zusammenarbeit wird besonders unterstützt, da verkehrliche Probleme nur in Stadt-Umland-Zusammenhängen gelöst werden können. Sowohl Konzepte für Personen- als auch für den innerstädtischen Güterverkehr sind förderfähig. Auch Nutzerstudien und Forschungsvorhaben zu Zukunftsfragen der Mobilität werden gefördert.

3) Mobilitätsmanagement
Gefördert werden Maßnahmen, um zielgruppenspezifisch Mobilitätsberatung anzubieten (Schulen, Kindergärten, Neubürger, Erstberatung bei Wohnungswirtschaft und Unternehmen, etc.).

4) Maßnahmen zur Digitalisierung des Verkehrssystems
Gefördert werden digitale Wegweisungs-, Informations-, Buchungs-, Bezahl- und Zugangssysteme, die Erstellung von Schnittstellen zu bestehenden Systemen, Systeme zur Erfassung der Parkraumbelegung und statische und dynamische Informationssysteme (jeweils auch als APP-Lösung). Ergänzend werden Maßnahmen zur Beschaffung und Erhebung von für Mobilitätsangebote notwendigen Daten („multimodale Datenbank“, Simulationsstudien, etc.) unterstützt.

Die Richtlinie zur Förderung der vernetzten Mobilität und des Mobilitätsmanagements wurde am Freitag, 24. Mai 2019 im Ministerialblatt NRW veröffentlicht. Seit 01. Juni ist sie in Kraft.

Zuwendungsempfänger sind Kreise, Städte und Gemeinden sowie Gemeindeverbände und sonstige Zusammenschlüsse und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Fördersatz beträgt bis zu 80 Prozent. Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 9,5 Millionen Euro bereit.

Nicht förderfähig sind reine ÖPNV-Maßnahmen, Straßen- und Radwegebau sowie rein städtebauliche Maßnahmen – hierfür existieren andere Förderzugänge des Landes.