„Vieles findet nicht den Weg ins Parlament“

30.01.2018

André Kuper, Chef des Landtages, besuchte das Gymnasium Schloss Overhagen / Aufschlussreiche Diskussion mit Schülern.

Brachten gemeinsam eine fruchtbare Diskussion in Gang (v.l.): Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer, Landtagspräsident André Kuper, GSO-Schulleiter Dirk Zacharias und der heimische Landtagsabgeordnete Jörg Blöming (CDU).

NRW-1-1: So ein Autokennzeichen hat nur der Chef des Landtages NRW. Landtagspräsident André Kuper war es auch, der nun im Rahmen der Öffentlichkeits-Kampagne an Schulen dem Gymnasium Schloss Overhageneinen Besuch abstattete, um jungen Erwachsenen die Arbeit des Landesparlamentes und somit die Politik näher zu bringen.

Er hatte zwei Gäste mitgebracht: Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer und den Politiker Jörg Blöming (CDU), der die Einladung der Schule als heimischer Landtagsabgeordneter wahrgenommen hatte und auch am GSO einst sein Abitur gemacht hatte.

Nachdem Projektleiterin Dorothea Dietsch den Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassen den Arbeitstag des Landtagspräsidenten erklärt und über die Aufgaben des Landtages informiert hatte, entstand mit André Kuper eine sehr aufschlussreiche Diskussion, in der die wissbegierigen und sehr informierten jungen Damen und Männer gezielte Fragen zur aktuellen politischen Situation stellten. Etwa: Was sind die größten Problemfelder in NRW?

Der Streit um den Haushaltsetat, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Förderung von Hochschul-Standorten oder der Rückbau von G8 auf G9 seien es, antwortete Kuper, der seit einem halben Jahr zusätzlich zumAmt des Abgeordneten Chef des Landtages ist.

Auf die Frage, warum so viele Einrichtungen geschlossen werden informierte er, dass öffentliche Einrichtungen in der Regel immer bezuschusst würden und darum den 396 Städten nun eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung stünden.

Angesprochen wurden die Sicherheit an Schulen, der Föderalismus im Bildungssystem, die Digitalisierung des ländlichen Raumes und Rechtspopulismus.

Was denn nun passiere, nachdem die Sonderregelung für den 1:1-Ausgang an der Forensik in Eickelborn gekippt wurde, fragte eine Schülerin. Daraufhin erläuterte Kuper in seiner Schiedsrichter-Rolle den oft langwierigen, aber auch demokratischen Weg einer Gesetzesänderung, deren Entwurf aus den Fraktionen in die Fachausschüsse und den Ältestenrat getragen würde. „Demokratie ist nicht selbstverständlich“, legte er ein wenig Pathos auf. Der Kontakt zwischen Bürgern und Parlament müsse intensiviert werden.

„Vieles findet nicht den Weg ins Parlament. Dabei ist es das Herz der Demokratie, in dem friedlich um gemeinsame Lösungen gestritten wird“. Er sei ein überzeugter Demokrat, übergab Kuper das Mikro an den Bürgermeister und Blöming, die beide ihren Weg in die Politik erläuterten. „Ich bin immer gefragt worden“ sagten beide hinsichtlich ihrer Karriere, die sich - aus einem gewissen Interesse zur Politik – dann zufällig ergeben habe.  Für Kuper sei seine jetzige Tätigkeit „nicht in der Lebensplanung gewesen“.

Er bot sich als unmittelbarer Ansprechpartner an: „Schreibt mir eine E-Mail und es gibt eine Antwort“, schloss er die für alle Beteiligten fruchtbare Veranstaltung. Schulen, die ebenfalls vom Landtags-Chef besucht werden möchten melden sich bei Dorothea Dietsch unter Tel.: 0211-884 24 50.